Stefan |
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47667 Aufrufe | 13.08.2008 |
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(Tischtennis) Unsere Medaillenhoffnung Timo Boll über Chancen, sein Image in China und wie er seine Gegner knacken will. Film ab...
Timo Boll im Interview
Stefan: Timo Boll in China verehrt und gefürchtet. Wie es denn damit während der Spiele aus?
Timo: Naja, ich hab schon einige Fans hier in China, aber sobald ich gegen einen Chinesen spiele, feuern die Chinesen natürlich ihre eigenen Leute an. Aber ich hoffe schon auch auf ein wenig Unterstützung, gerade im ersten Spiel gegen die Kroaten, denn das wird verdammt schwierig. Und wir hoffen da natürlich auf einen Auftaktsieg, damit wir somit auch gut ins Turnier hineinkommen.
Stefan: Wie fühlen sie sich in der Rolle, als „Jäger“ der Chinesen?
Timo: Besser als in der Rolle des Gejagten. Ich war ja auch mal eine Zeit lang die Nummer eins in der Welt und das ist schon ein großer Druck, welcher da auf einem lastet. Damals z.B. bin ich als Nummer eins zur Weltmeisterschaft gereist und gleich in der zweiten Runde ausgeschieden, also da kann ich auch ein Lied von singen. Die Chinesen werden es also sehr schwer hier haben, denn jeder hier erwartet von ihnen alle drei (Gold-)Medaillen und deshalb ist meine Position, eigentlich eine ganz angenehme.
Stefan: Sie sind zwar neben dem Sport der „Sunnyboy“, aber wie ist das im Sport? Wie ist das an der Platte?
Timo: Nun ja, ich würd mich schon als sehr ehrgeizig einschätzen. Ich nehme das hier alles schon sehr ernst und nicht so „Sunnyboy-mäßig“, aber an sich sind wir alle gut drauf und haben auch schon viele andere Sportler kennengelernt und viel mit ihnen gesprochen. Es herrscht einfach im gesamten deutschen Team eine super Stimmung und es macht einfach Spaß hier zu sein.
Stefan: Ihre Ziele?
Timo: Ziele? Eine Medaille ist natürlich ein großer Traum. In Sydney und Athen hatte es ja leider nicht geklappt. In Sydney war ich vielleicht noch etwas jung, in Athen bin ich am Großmeister Waldner gescheitert und ich hoffe das nun meine Zeit kommt.
Stefan: Mal weg von der Mannschaft und hin zu der Auslosung der Gruppen bei den Einzelturnieren – auf Ma Lin triffst Du theoretisch im Viertelfinale, bist Du sehr unglücklich damit?
Timo: Damit habe ich schon irgendwo gerechnet, dass es eine schwierige Auslosung werden kann. Durch meine Verletzungen letztes Jahr und Anfang diesen Jahres bin ich ganz schön abgerutscht in der Weltrangliste. Damit wurde ich auf Rang fünf gesetzt und damit war klar das ich einen der ersten vier als Gegner bekomme. Dass es nun Ma Lin geworden ist, kann ein Vorteil, kann aber auch ein Nachteil sein, das werden wir dann sehen. Aber erst einmal muss ich soweit kommen.
Stefan: Was sind denn seine Stärken?
Timo: Wenn er locker spielt, ist er eigentlich der beste Spieler der Welt. Er hat ein großes Schlag- Repertoire. Er ist unheimlich schnell. Er hat immer gute Ideen. Es gibt eigentlich nichts, was er nicht kann. Aber in der Vergangenheit ist er öfters mal an seinen Nerven gescheitert und ich hoffe dass ich mir genau das zum Vorteil machen kann.
Stefan: Kurzer Themenwechsel noch. Viele Sportler haben hier in Peking Probleme mit der Hitze. Wie trotzen sie der Hitze?
Timo: Wir haben eine wunderbar klimatisierte Halle, also da ist es wirklich sehr angenehm. Ich habe mal mit den Tennisspielern gesprochen und die gehen bei der Hitze ja wirklich kaputt. Da haben wir es im Vergleich recht einfach und da kann man mal froh sein Hallensportler zu sein.
Stefan: Und Klamottentechnisch, wenn sie raus gehen?
Timo: Ja, das ist gar nicht so einfach. Immer wenn man raus geht schwitzt man und wenn man dann das nächste Gebäude betritt, bläst einem schon die kalte Luft der Klimaanlage entgegen. Von daher muss man wirklich aufpassen, dass man nicht krank wird. Aber wir sind ja China-erfahren und kennen das ja und haben das deswegen auch gut im Griff.
Stefan: Dankeschön.
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