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(Fussball)
Gestern bekam Jogi Löw einen ersten Eindruck, wer sich derzeit besonders reinhängt. Zwar hieß der Gegner nur Liechtenstein, doch die Positionskämpfe sind im vollen Gange.
Klarer Gewinner des gestrigen Abends war Piotr Trochowski, der über die linke Seite sehr viel Gefahr ausstrahlte. Mit seinen schnellen Dribblings und seiner unglaublichen Technik ließ der die Liechtensteiner Abwehrspieler wie Slalomstangen aussehen. Das sah nicht nur schön aus, sondern brachte auch den gewünschten Erfolg: Mit zwei Torvorlagen für Lukas Podolski war er der entscheidende Assistgeber. Anscheinend tut dem Hamburger der Weggang von Rafael van der Vaart sehr gut, denn endlich bekommt er auch im Verein die nötige Annerkennung. Auf einen Trochowski in dieser Form, kann kein Trainer der Welt verzichten.
Weiter auf einem guten Weg ist Thomas Hitzlsperger. Der Stuttgarter, der vor ein paar Tagen schon eine Kampfansage an die pausierenden Thorsten Frings und Michael Ballack richtete, zog gestern im Mittelfeld souverän die Fäden und bestätigte damit seine derzeit gute Form. Er machte sowohl als Ideengeber als auch als Balleroberer eine gute Figur. Neben ihm machte auch Simon Rolfes eine coolen und abgeklärten Eindruck. Immer wieder öffnete er mit klugen Pässen das Spiel und trug sich mit einem Tor sogar in die Torschützenliste ein. Er wirkt nicht so hüftsteif wie der kriselnde Frings.
Auch in der Abwehr dürfte ein Generationenwechsel eingeleitet werden: Heiko Westermann ist aus der Defensive kaum mehr wegzudenken. Wieder hielt er hinten alles zusammen und zeigte vorne immer wieder seine Torgefähr, die bei engeren Spielen von großen Nutzen sein kann. Würde Löw nicht so an seinem Turnierspieler Christoph Metzelder hängen, dann wäre Westermann auch schon bei der EM zu Einsätzen gekommen. Aufgrund seiner Vielseitigkeit kann Löw den Schalker aber nicht mehr draußen lassen. Der Kredit von Metzelder scheint aufgebraucht. Ob es Serdar Tasci dauerhaft in die erste Elf schafft, bleibt fraglich. Sobald Mertesacker wieder fit ist, muss der Deutsche mit türkischen Wurzeln wieder weichen.
Ein guter Ersatz ist auch die deutsche Antwort auf Lionel Messi, der Gladbacher Marko Marin. Er hatte nach seiner Einwechslung gute Szenen und kann in den eins-gegen-eins-Situationen wie kein anderer Tempo aufnehmen. Aufgrund seiner Jugend, ist er aber noch kein Mann für die erste Elf.
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