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Biathlon-Staffel Herren: Gold für Norwegen vor Österreich und Russland

27.02.2010
Biathlon-Staffel Herren: Gold für Norwegen vor Österreich und Russland
© Foto: biathlon-online.de
 

Das letzte Rennen im Zeichen der olympischen Ringe, 19 Staffeln und der harte Kampf um Edelmetall! Die 4x7,5km Staffelentscheidung der Männer sorgte für einen phänomenalen Schlussakkord der Biathlon-Festspiele im Whistler Olympic Park.

Dicke Schneeflocken verlangten heute ein richtiges Feingefühl der Techniker und am Schießstand. Das norwegische Quartett um Halvard Hanevold, Tarjei Boe, Emil Hegle Svendsen und Ole Einar Bjoerndalen trotze den schwierigen Bedingung am besten, kam am Schießstand ohne Strafrunde und mit insgesamt sieben Nachladern davon und bot somit eine grandiose Vorstellung. Sie sicherten sich verdientermaßen Olympia-Gold vor Österreich und Russland, die sich mit Silber und Bronze dekorierten. Damit tritt das norwegische Team in die Fußstapfen von Turin Staffel-Olympiasieger Deutschland.

Nervenstarker Youngster mit coolem Olympia-Debüt

Simon Schempp ging als erster Läufer für Deutschland in die Spur und ersetzte damit Stamm-Startläufer Christoph Stephan, der bedingt durch einen grippalen Infekt leider passen musste. Schempp lief ein famoses Rennen, präsentierte sich sehr selbstsicher und ließ sich von der starken Konkurrenz nicht aus der Reserve locken. Im Liegend-Anschlag räumte er alle fünf Scheiben ab und machte auf der Strecke Sekunde um Sekunde auf das Führungs-Duo Tcherezov und Eder gut. Stehend brauchte er lediglich einen Nachlader und verlor kaum an Boden. Auf der Strecke lief Tcherezov für Russland eine bärenstarke Schlussrunde, doch die Meute hinter ihm verkürzte den Vorsprung bis zum Wechsel hin auf einen Wimpernschlag von drei Sekunden. Zu diesem frühen Zeitpunkt lagen noch neun Staffeln innerhalb von zehn Sekunden beisammen, unter ihnen auch die Lokalmatadoren aus Kanada. „Ich war unglaublich nervös und auf der ersten Runde war schon ein ganz schönes Geschiebe. Es ist einfach super, wie gut es geklappt hat", so ein gelöster Schempp im Ziel.

Birnbacher auf der Strecke Herber Rückschlag für DSV-Herren - Birnbacher patzt am Schießstand

Andi Birnbacher zeigte liegend eine furiose Schnellfeuer-Einlage und setzte alle Patronen sicher ins Schwarze. Im Stehend-Anschlag reichten drei zusätzliche Nachlader leider nicht aus und somit musste er gar 300 Extra-Meter in der Strafrunde kreiseln. Er übergab an Arnd Peiffer auf Position zehn mit einem Rückstand von bereits über einer Minute. Im vorderen Feld kristallisierten sich vier Favoriten-Teams heraus. Norwegen, Österreich, Schweden und Tschechien sorgten für das Tempo und der noch vom Stehend-Schießen in Führung weggehende Russe, Anton Shipulin, musste zum Schluss mächtig Federn lassen. „Ich hatte stehend absolut keine Chance, da mich die Nähmaschine voll erwischt hat. Über die ständige Führungsarbeit in der zweiten Runde und das passive Laufen der anderen habe ich mich auch sehr geärgert", sagte ein sichtlich enttäuschter Birnbacher.

Österreich, Norwegen und Russland in Front - Peiffer verpasst Anschluss

Die beiden Überläufer Dominik Landertinger und Emil Hegle Svendsen lieferten sich ein packendes Duell am Schießstand und in der Loipe. Keiner von beiden wollte sich die Blöße geben und beide machten noch mal mächtig Dampf auf den letzten Metern. Im Schatten des Führungs-Duos hatten sich die Russen mit Maxim Tchoudov wieder nach Vorne gepirscht. Mit 22 Sekunden Rückstand lagen sie noch in unmittelbarer Schlagdistanz auf den Gold- und Silber-Rang. Arnd Peiffer übergab auf Michael Greis auf Platz sieben liegend.

Zieleinlauf Österreich-RusslandBjoerndalen sichert Gold

Es war abermals der große Showdown zwischen den beiden Altmeistern Bjoerndalen und Sumann, wie schon bei der WM 2009 in Pyeongchang. Der Österreicher musste dem Norweger wieder den Vortritt lassen, denn eine Strafrunde liegend vermasselte ihm den Gold-Coup. Während Ole Einar Bjoerndalen mit sicherem Vorsprung Olympia-Gold entgegenfuhr, lieferten sich Ustyugov und Sumann ein „Finale-Furioso". Dieses entschied Sumi auf den letzten Metern für sich und erkämpfte für Österreich Staffel-Silber. Michael Greis sicherte Deutschland, dank zweier perfekter Schieß-Einlagen, im Zielsprint gegen Martin Fourcade noch Platz fünf und rettete immerhin die Ehre für das DSV-Team. Schade, dass sie bei der Abschiedsforstellung für Bundestrainer Frank Ullrich nicht noch mal für einen Paukenschlag sorgen konnten.



Stichwörter: Biathlon Biathlon, Olympische Winterspiele 2010 Olympische Winterspiele 2010, Vancouver 2010 Special Vancouver 2010 Special



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