Die Brose Baskets Bamberg stehen kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 2007. Die Franken setzten mit dem 97:52-Erfolg im dritten Finalspiel gegen die Frankfurt Skyliners ein dickes Ausrufezeichen.
Am kommenden Dienstag können die Bamberger den großen Triumph mit einem Auswärtserfolg in Frankfurt perfekt machen.
Zwei Spiele, zwei Auswärtssiege. So las sich die Bilanz vor Beginn des dritten Finalspiels zwischen den Brose Baskets Bamberg und den Deutsche Bank Skyliners. Nach dem hauchdünnen Overtime-Sieg der Frankfurter zum Auftakt der Serie in Bamberg (63:65) gelang den „Brösels“ in der Ballsporthalle am Main ein relativ deutlicher 68:77-Erfolg. Würde sich die Serie der Auswärtserfolge im dritten Aufeinandertreffen fortsetzen?
Der Beginn des Spiels erweckte aus Frankfurter Sicht wenig Hoffnung, dass es zu einem erneuten Erfolg in der Bamberger Jako Arena kommen könnte. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr, spielten vorne wie hinten mit großer Intensität und erarbeiteten sich so früh ein deutliches Polster. Frankfurt konnte zunächst nur zusehen, wie die Brose Baskets immer weiter davon zogen (19:6) und fand kein Mittel gegen die furios aufspielenden Franken. Auch die ersten Wechsel sorgten nicht unbedingt für Besserung, ganz im Gegenteil: Gerade Mark Forward Worthington hatte mit zehn schnellen Zählern erheblichen Anteil daran, dass Frankfurt immer weiter zurückblieb (29:9).
Erst im Laufe des zweiten Spielabschnitts schienen die Frankfurter den Sturmlauf der Gastgeber ein wenig abbremsen zu können. Immerhin pendelte sich der Vorsprung der „Brösels“ nun bei rund 20 Punkten ein. Nichtsdestotrotz blieb Bamberg in völliger Kontrolle und punktete konstant von überall auf dem Feld. Predrag Suput scorte am Brett, Casey Jacobson von außen und selbst Elton Brown bugsierte einen Halbdistanzwurf in den Korb – symptomatisch für die Kräfteverhältnisse in der ersten Halbzeit. Nach 20 Minuten erlöste die Halbzeitsirene beim Stand von 43:24 das Leiden der Skyliners.
Bisher hatte sich Frankfurt in diesen Playoffs als sehr beharrliches, nie aufsteckendes Team präsentiert. Doch nach dem Seitenwechsel schien ein Comeback der Skyliners äußerst unwahrscheinlich. Zu dominant und zu selbstbewusst hatte sich Bamberg bis dato präsentiert, zu wenig war den Frankfurtern gelungen, die sich an der starken Defensive der Franken bisher die Zähne ausgebissen hatten (8/32 FG).
Tatsächlich setzte sich die Begegnung im dritten Viertel fort, wie sie im zweiten Viertel aufgehört hatte. Die Gastgeber bewegten den Ball gut und trafen mit teils traumwandlerischer Sicherheit. Insbesondere Predrag Suput lief nun heiß. Auf der Gegenseite übernahm Skyliners-Guard Aubrey Reese viel Verantwortung, scheiterte aber ebenso häufig an der Defensivwand der „Brösels“ wie Derrick Allen, der unter dem Korb relativ erfolglos ackerte. Zugleich wurde nun der Frust auf Seiten der Frankfurter, die sich zahlreiche Fouls einfingen, immer offensichtlicher. Skyliners-Coach Gordon Herbert griff nun mehr denn je auf seine Bankspieler zurück, die allerdings mitnichten den Rückstand verringern konnte. Die Führung der Bamberger vergrößerte sich auf bis zu 46 Punkte (91:45). Zwischenzeitlich schnupperten die Brose Baskets gar am Nonplusultra, dem Erreichen der doppelten Punktezahl ihres Gegners. Während bei Bamberg weiterhin das Bällchen exzellent lief und fast jeder Wurf zu fallen schien, fügte sich Frankfurt in das blamable Ergebnis. Passend zum Spielverlauf traf Frankfurt erst mit der Schlusssirene seinen ersten Dreier im Spiel (1/15 3FG) zum finalen Ergebnis von 97:52.
Die Dreierstatistik war nur eine von vielen, bei denen Frankfurt deutlich unterlegen war. Bamberg netzte hochprozentig ein (50,0% FG) und agierte gut im Teamgefüge (16 Assists), wohingegen die Gäste nie in einen Rhythmus kamen (28,1% FG). Auch individuell waren die Franken mit Mark Worthington (20 P, 8 R) oder Casey Jacobson (18 P) deutlich überlegen.
Im Anschluss an das Spiel stellte sich Frage, wie sich die Skyliners nach diesem Ergebnis wohl in Spiel vier in eigener Halle präsentieren würden. „Bamberg war uns in allen Belangen überlegen“, äußerte Skyliners-Assistent Klaus Perwas. „Sie haben uns heute richtig bloßgestellt. Wir waren die ganze Saison eine charakterstarke Mannschaft. Am Dienstag werden wir ein ganz anderes Team auf dem Parkett sehen.“ Auch Stephan Baeck meinte: „Sich jetzt so aufzugeben, liegt nicht im Naturell der Frankfurter.“
Joshua Wiedmann
Stichwörter:
Feuerwehr