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© Foto: crossover.de
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In einem dramatischen Finale schnappen die EWE Baskets Oldenburg den Telekom Baskets Bonn Sekunden vor Schluss die Meisterschaft weg. Drei schlimme Fehler gegen Ende kosten Bonn den Titel. Oldenburg feiert das Wunder und dank Final-MVP Rickey Paulding die erste BBL-Krone der Vereinsgeschichte.
Was für ein Finale! Oldenburg dreht mit einem dramatischen Schlussspurt noch das fünfte und entscheidende Spiel gegen Bonn. Fünf Sekunden vor Schluss verwandelt Je'Kel Foster den entscheidenden Freiwurf zum 71:70 für die Oldenburger. Zuvor hatten die Bonner zeitweise schon mit zehn Punkten geführt und den Titel zum Greifen nah gesehen. Am Ende bleibt für Bonn wieder mal nur der zweite Platz - vor allem wegen haarsträubender Fehler in der Schlussminute.
Bonn kontrolliert das Spiel drei Viertel lang
Über die ersten drei Viertel des Finals hatten die Bonner die Oldenburger Heimmannschaft vor 3.148 Zuschauer in der ausverkauften EWE Arena gut im Griff. Die ersten, von beiden Mannschaften intensiv aber auch nervös geführten zehn Spielminuten entscheiden die Gäste für sich (Stand nach dem ersten Viertel: 14:18 für Bonn). Als Oldenburgs gefährliches US-Duo Je'Kel Foster und Rickey Paulding die EWE Baskets mit starken Aktionen erstmals in Front bringt (22:18, 13. Spielminute), antworten die Bonner postwendend: Alex King verwertet ein Dreipunktspiel, Brandon Bowman stopft den Ball im Fastbreak durch die Reuse.
Es zeigt sich wieder das Bonner Erfolgsrezept in dieser Saison: Kommt das Team, angeführt von schnellen Spielmacher E.J. Rowland, erst einmal ins Laufen, haben die Gegner ernsthafte Probleme. Der wie immer wild am Seitenrand gestikulierende Oldenburger Trainer Predrag Krunic versucht den Tempobasketball der Rheinländer mit einer wechselnden Verteidigung zu stoppen, die immer wieder zwischen Zone und Manndeckung umschaltet. Bonns Trainer Mike Koch wirkt wesentlich ruhiger. Er muss aber sehen, dass Oldenburg bis zur Halbzeit das Spiel eng hält - auch weil Paulding und Foster bis zur Pause jeweils zehn Punkte auf dem Konto haben (35:36 für Bonn zur Pause).
Zehn-Punkte-Führung der Gäste dank Flomo
Der dritte Spielabschnitt beginnt spektakulär, beide Mannschaften zeigen ihre athletischen Fähigkeiten. Bonns Center Patrick Flomo setzt das erste Ausrufezeichen mit einem krachenden Tipp-Dunk (35:39), auf der Gegenseite stopft Ruben Boumtje-Boumtje zwei Mal in aufeinanderfolgenden Oldenburger Angriffen den Ball durch den Ring - beim zweiten Mal nach feinem Anspiel durch den bis dahin blass spielenden Liga-MVP Jason Gardner (39:41). Aber bei den Rheinländern wächst nun ein Spieler über sich hinaus: Rollenspieler Flomo dunkt erneut, erkämpft sich einen Offensiv-Rebound nach dem nächsten und punktet. Die 300 mitgereisten Bonner Fans sind völlig aus dem Häuschen, als der Big Man es dann sogar über Gegenspieler Boumtje-Boumtje hinweg krachen lässt. 46:55 steht es zu diesem Zeitpunkt bereits für die Bonner (29. Spielminute). Oldenburg wirkt müde, vor allem der angeschlagene Gardner hat große Mühe mit seinem heute fantastisch spielenden Gegenüber E.J. Rowland, der ihn ein ums andere Mal alt aussehen lässt. Bonn geht mit acht Zählern Vorsprung in den letzten Spielabschnitt (51:59).
Das letzte Viertel beginnt jedoch nicht gut für Bonn. Beim Gegner trifft Foster per Dreier, Brandon Bowman und Vincent Yarbrough holen sich jeweils ihr viertes Foul ab und werden von Koch auf die Bank gesetzt. Das weckt die Lebensgeister bei den Oldenburgern. Gardner ergreift endlich die Initiative, zieht ein Foul und verkürzt per Freiwürfe auf 57:62 (35. Spielminute). Miladin Pekovic zeigt, was einen serbischen Schützen ausmacht: nicht denken, werfen. Obwohl der Oldenburger vorher nur Fahrkarten geschossen hat, versenkt er nun nach schönem Zusammenspiel den Dreipunktewurf (60:62).
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