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(Fußball)
Sensation! Österreich gewinnt Fußballspiel! Echt jetzt.
Es gibt Wichtigeres. Und wahrscheinlich wird dieses Spiel am Ende nicht den Ausschlag geben, wer aus der Europa-Qualifikationsgruppe sieben die Reise nach Südafrika zur Fußballweltmeisterschaft antreten darf. Doch was gestern im Wiener Ernst-Happel-Stadion vor 48.000 Zeugen geschah, kann eigentlich kaum überschätzt werden, denn es ist – sensationell. Man spricht im Sport zwar für gewöhnlich schnell mal von einer „Sensation“, wenn Gomez den Ball trifft, ein deutscher Leichtathlet den Endkampf erreicht oder ein Chinese nur Silber gewinnt.
Doch das gestrige Auftaktspiel zwischen Österreich und Frankreich verdient dieses Attribut ohne jeden Zweifel, wenn man weiß, dass die Kicker aus dem Land der Habsburger, die einst die Welt beherrschten, in den letzten 20 Jahren froh waren, gegen Aserbaidschan oder Moldawien ein Null-Null über die Zeit zu retten. Und gestern Abend? Da wurde mit Frankreich eines der Top Mannschaften der letzten Dekade aus dem Stadion gefegt, das nach einem Kettenraucher benannt ist. Mit 3:1 siegte Team Austria mit dem neuen, obgleich schon alten Trainerfuchs Karel Brückner, der mit 97 wahrscheinlich noch mal auf Schalke anheuern wird statt zuhause auf dem Balkon die Geranien zu hegen. Marc Janko (8.) und Rene Aufhauser (43.) schossen ihre Elf zur 2:0-Halbzeitführung. Sidney Govour (60.) schoss das Anschlusstor und alle rechneten damit, dass es endet, wie es immer endet, denn Fußball ist ein Sport, bei dem 22 Männer hinter einem Ball herrennen und in den letzten 20 Minuten geht denen in Rot-weiß-rot die Luft aus. Doch Kapitän Andreas Ivanschitz sorgte just zu Beginn der kritischen Phase (72.) mit einem Foulelfmeter für die Entscheidung von sporthistorischer Bedeutung. Um es einzuordnen, was da auf dem Rasen geschah: Das ist als ob DJ Ötzi mit 6,60m einen neuen Stabhochsprungweltrekord aufgestellt hätte. Ohne Stab. Oder wie eine stabile Regierung. Mit der SPÖ. Oder eine Skisaison ohne Holländer.
„Österreicher können alles. Außer Fußball.“ Seit gestern Abend gehört dieses Bonmot endgültig der Vergangenheit an. Das ist wirklich mal was Neues. Auch wenn es Wichtigeres gibt.
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