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In der Halle von Zadar verpassten unsere Jungs gegen Dänemark denkbar knapp das Halbfinale. Trotzdem kann man durchaus positive Erkenntnisse aus dieser Weltmeisterschaft ziehen.
Hallo Handballfreunde
Für unsere Jungs ist die WM leider beendet. Nach einer starken Leistung und der knappen 27:25 Niederlage gegen Dänemark haben wir das Halbfinale verpasst. Auch wenn der Frust jetzt natürlich überwiegt waren doch auch positive Dinge erkennbar. Man kann und muss mit Recht stolz auf diese Leistung sein.
Wir waren auf Augenhöhe
Das Spiel war denkbar knapp, aber man muss auch offen zugeben: die Dänen sind nicht irgendwer. Sie sind der amtierende Europameister. Ihr Spieler sind alle sehr gut ausgebildet und sind technisch versiert. Dennoch denke ich, dass sich unser Team auf Augenhöhe präsentiert hat. Trotz der Ausfälle von Mimi Kraus, der nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk schon nach Deutschland abreisen musste, und Rückraumspieler Pascal Hens vom HSV standen zwei gleichwertige Mannschaften auf dem Parkett. Leider entscheiden bei solchen engen Spielen oftmals Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage. Dass am Ende auch die Schiedsrichterentscheidungen ihren Teil dazu beigetragen haben, ist ärgerlich, aber daran allein kann man das Ausscheiden nicht fest machen. Vor allem die Torwarte beider Teams haben einen anderen Spielausgang verhindert. Was HSV-Keeper Jogi Bitter im deutschen und Kaspar Hvidt vom FC Barcelona im dänischen Tor gehalten haben war absolut spitze.
Ein Bierchen gegen den Frust
Die Enttäuschung der Mannschaft ist natürlich groß. Die Jungs sind wütend, geschockt und suchen einen Schuldigen. Dass die Schiedsrichter häufig als Blitzableiter fungieren ist normal. Aber das wird sich in den nächsten Stunden und Tagen legen. Man wird regenerieren und der Bundestrainer wird sicherlich noch einmal betonen, dass man auf diese Leistung mit Recht Stolz sein kann. Es werden dann die Spiele analysiert und man wird aus den Fehlern lernen.
Den Abend werden die Spieler mit ihren Frauen und Freundinnen verbringen und mit Sicherheit das ein oder andere Bier genießen. Nach so einem Spiel muss man auf andere Gedanken kommen und sich ein wenig ablenken. Danach kann ein neuer Plan in Angriff genommen werden.
Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg
Auch wenn das Ausscheiden bitter ist muss man sagen, dass sich die Mannschaft auf dem richtigen Weg befindet. Man muss die Arbeit des Bundestrainers voll und ganz unterstützen. Die Umstrukturierung tut dem Team gut und wird immer mehr neue Talente hervorbringen. Heute hat beispielsweise Rückraumspieler Martin Strobel vom TBV Lemgo überzeugt. Er ist der kommende Spielmacher in Deutschland. Außerdem stehen mit Holger Glandorf von der HSG Nordhorn-Lingen, Pascal „Pommes“ Hens und Torsten Jansen vom HSV und dem Magdeburger Christian Sprenger Spieler im Kader, die sich im besten Handballeralter befinden. Sie bilden das Gerüst der neuen Mannschaft für die nächsten Jahre. Wahrscheinlich sogar noch bis Olympia 2012.
Kurzum: Es macht einfach Spaß den Jungs beim Spielen zuzuschauen. Da muss man nichts ändern.
Die WM in Kroatien – ein positiver Gesamteindruck
Insgesamt geht für unsere Jungs jetzt ein Turnier zu ende, das mich persönlich positiv überrascht hat. Die Stimmung in den Hallen war bei nahezu allen Spielen sensationell. Und das ist etwas, was sehr imponierend war und diese WM von früheren Turnieren unterscheidet. Die Fans haben auch die anderen Nationen unterstützt und auch bei Spielen ohne kroatische Beteiligung eine riesen Euphorie verbreitet.
Von der Stimmung her ist diese WM absolute Weltklasse, vom Leistungsniveau aber eher Mittelmaß. Auch sie ist natürlich geprägt von Individualisten und einzelnen guten Spielern, aber es waren auch Teams wie Kuba oder Kuwait dabei, die eher Zweitliganiveau haben. Läuft alles wie erwartet, werden sich auch diesmal die Favoriten durchsetzen und am Ende Frankreich oder Kroatien im Finale stehen.
Großes Medieninteresse tut dem Handball gut
Für den Handballsport ist das Ausscheiden doppelt bitter. Nicht nur aufgrund der sportlichen Niederlage, sondern auch wegen des enorm gestiegenen Zuschauerinteresses während der WM. RTL hat mit 9 bis 10 Millionen Zuschauern bei den Spielen der Jungs ganz neue Maßstäbe gesetzt. Über die Qualität lässt sich sicher diskutieren, aber insgesamt ist die Berichterstattung auch bei der Mannschaft selber gut angekommen. Die Jungs haben durchweg positiv über die Kollegen von RTL gesprochen. Schade, dass diese Kooperation jetzt schon vor dem Finale endet. Ich hätte der Mannschaft und dem deutschen Handball allgemein gewünscht, dass es noch weiter geht und man noch länger von diesem großen Interesse hätte profitieren können. Um zu sehen, was dieser Boom aber für den Handball allgemein gebracht hat muss man abwarten, wie die nächsten Spiele bei RTL aufgenommen werden und ob die Zuschauerzahlen ähnlich hoch bleiben.
Einmal verletzungsfrei
Zum Abschluss des deutschen Auftritts bei der Handball-WM in Kroatien wünsche ich mir, dass wir in den nächsten Turnieren endlich einmal verletzungsfrei bleiben, denn dann wäre viel mehr möglich. Wenn aber ständig Schlüsselspieler, wie jetzt Kraus oder Hens ausfallen ist es schwer Weltmeister zu werden. Sie sind einfach zu wichtig für unser Team.
Man kann insgesamt stolz darauf sein, was diese Mannschaft geleistet hat und nun für die Zukunft nur hoffen, dass wir von Verletzungen verschont bleiben.
Ich bin gespannt wie die WM weiter geht und wer unser Nachfolger wird. Am 1. Februar werden wir mehr wissen.
Es hat Spaß gemacht für Euch zu schreiben. Macht es gut!
Euer Kretzsche
Fotoquelle: wikipedia.de, Lizenz einzusehen unter wikipedia.de
Stichwörter:
Handball,
Handball-WM 2009,
Handball-WM 2009 Kolumne