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Im internationalen Fußball gibt es schon längst keine Duelle mehr zwischen David und Goliath. Doch woran liegt es, dass die Leistungsdichte im Fußball immer dramatischer wird und oft nur kleine Nuancen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden?
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Die letzten Fußballresultate auf internationaler Bühne haben mich schon überrascht. Da gewinnt Luxemburg gegen die Schweiz, da stellt Zypern nach einer engagierten Leistung fast dem Weltmeister Italien ein Bein, da gewinnt Österreich gegen Frankreich und da führt Litauen die Qualifikationsgruppe 7 souverän an. Die Kleinen mischen also die Großen auf. Dieses Phänomen gibt es aber auch schon lange auf Vereinsebene zu beobachten: Man sollte nur eine Blick auf die Champions League werfen. Da spielt mit Anorthosis Famagusta zum ersten Mal ein zyprischer Vertreter mit und mit Bate Borissow ein Weißrussischer. Woran liegt es aber, dass bisher unbekannte Klubs bzw. unterklassige Nationalmannschaften immer öfter für Furore sorgen?
Die Ergebnisse spiegeln eine Sache ganz deutlich wieder: Mittlerweile wird überall auf dem Erdball professionell gearbeitet und das Einmaleins des Fußballs ist inzwischen jedem bekannt. Immer wieder ist zu sehen, dass sich kleine Fußballnationen Hilfe von außerhalb holen, um sich auf den neusten Stand der Entwicklung im Fußball zu bringen. Besonders deutsche Trainer sind gefragt: Jürgen Röber hat es nach Russland zu Saturn Ramenskoje verschlagen, Otto Rehhagel hat die Griechen zum EM-Triumpf geführt und Otto Pfister, Berti Vogts und Reinhard Fabisch haben Afrika den europäischen Stempel aufgedrückt. Aber auch holländische Trainer, wie zum Beispiel Guus Hiddink sind heiß begehrt und bringen im Falle Hiddinks auch den gewünschten Erfolg. Oder hätte irgendjemand bei der EM einen Pfifferling auf Russland gesetzt?
Die Hilfe von außerhalb ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass selbst die kleinsten Nationen verstanden haben, auf was es im Fußball ankommt. Auf Jugendförderung, auf Taktikschulung und auf Schnelligkeit und Ausdauer. Vielleicht haben die Luxemburger mit ihren knapp 500 000 Einwohnern keinen unerschöpflichen Pool an Weltklassespielern, trotzdem versuchen sie aus den vorhandenen Ressourcen das Beste rauszuholen. Oft versuchen die Fußballzwerge ihre technischen und taktischen Defizite durch Leidenschaft, Ausdauer und Kampf auszugleichen, was immer besser funktioniert. Gestern im Spiel Bremen gegen Famagusta haben wir mal wieder gesehen, dass Wille und Einsatz das A und 0 im Fußball sind.
Daher bin ich auch überzeugt, dass diese Resultate bald keine Überraschung mehr sein werden, weil der Fußball zusammenrücken wird. Vielleicht ist es in fünf, sec hs Jahren schon selbstverständlich, dass Luxemburg gegen Schweiz gewinnt. Fußballzwerge gibt es dann nur noch ganz vereinzelt.
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