„ Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember“ Rhythmus gehört zum Leben der Menschen. Dies weiß nicht nur die Bibel, sondern das haben Menschen seit Jahrhunderten erfahren: Es tut gut, mit abgegrenzten Zeiten, mit Rhythmen, die unser Leben gliedern, zu leben. Sie geben Zeit zum Aufatmen, sie geben der Seele Raum zum Innehalten und Entspannen. Es gibt einen Rhythmus des Lebens, einen Rhythmus des Jahres, einen Rhythmus des Tages.
Alles hat seine Zeit – Man könnte wehmütig werden: Die Zeit bleibt nicht stehen. Was gestern war, ist heute schon nicht mehr. Und was heute ist, wird morgen nicht mehr sein. Alles hat seine Zeit. Wir können nichts festhalten. Nur die Erinnerung bleibt. Immerhin!
Alles hat seine Zeit – das bedeutet aber auch, dass jeder Augenblick sein besonderes Gewicht bekommt. Carpe diem, nutze den Tag – warum nicht die Seele baumeln lassen? Jetzt ist die Gelegenheit –nutze sie.
Gerade die Adventszeit ist eine besondere Zeit des Jahres.
Es ist eine Zeit der Einkehr und der Stille, der Vorfreude und der Erwartung. Vier Wochen Raum, sich zu besinnen und auf Weihnachten sich vor zu bereiten. Doch manche wollen aus den vier Wochen fünf, sechs oder mehr machen. An manchen Orten sind bereits Mitte November Straßen und Geschäfte weihnachtlich geschmückt. „Können Sie noch warten?“ auf die Zeit der Vorfreude, darauf, dass die nachdenklich stimmende Dunkelheit des November vom wärmenden Kerzenschein im Advent abgelöst wird? Die Adventszeit braucht ihren festen Rahmen. Nur dann können wir wahrnehmen und erleben: „Kommt Zeit, kommt Advent“. Kirchen laden ein, über den Umgang mit der Zeit nachzudenken, die Stille der Novemberwochen auf zunehmen, die Lieder der Adventszeit anzustimmen. Unsere Zeit in Gottes Händen. Zeit ist Leben – und das lässt sich mit Geld nicht aufwiegen. Wer in diesem Bewusstsein lebt, der muss keine Angst haben, wenn Gott eines Tages fragt: Ich gab dir die Zeit – was hast du daraus gemacht?