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Thema 'Fair Play Geschichten'

Betreff:  Fair Play Geschichten
Autor: Dennis B.
Datum:01.02.08 20:36

Trainer fordert Eigentor

Der wohl fairste Fußball-Lehrer der Welt betreut die Mannschaft der Kleinstadt Guijuelo in Mittelspanien. Der 35-jährige forderte seine Elf lauthals auf, ein Eigentor zu schießen.

Der Grund:
Seine Schützlinge waren im Amateurligaspiel gegen Escuela Navega aus Salamanca durch ein auf unsportliche Weise erzieltes Tor mit 2:1 in Führung gegangen. Denn ein Stürmer hatte den Ball kurz vor dem Abpfiff unbedrängt ins Tor geschossen, weil sich die Spieler aus Salamanca gerade um einen verletzten Kameraden kümmerten.
Benito stieß mit seiner Aufforderung allerdings auf taube Ohren. Den Kickern waren die drei Punkte wichtiger als alle Fairneß.
Nur der Torwart hörte auf seinen Coach. Er ließ einen Schuß absichtlich passieren, aber der Ball prallte nur an den Pfosten.


("Wiesbadener Kurier" 03.12.1998)

 
Betreff:  Fair Play Geschichten - Fair-Play-Trophäe für Timo Boll
Autor: Dennis B.
Datum:09.02.08 17:45

Fair-Play-Trophäe für Timo Boll

Fair geht vor.

Für «Chinesenschreck» Timo Boll ist das kein Schlagwort. Der entthronte Europameister im Tischtennis genießt mit 22 Jahren in China eine große Popularität. Nicht zuletzt deshalb, weil er im Vorjahr bei den Katar Open einen Regelverstoß seines Gegners Ma Lin im Interesse des Sports akzeptierte, weiter spielte und das Match verlor.
Für dieses Verhalten zeichnete der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) den Weltranglisten-Ersten mit der Fair-Play-Trophäe 2002 aus. Sein Vorgänger, Kaiserslauterns Fußball-Bundesligatrainer Erik Gerets, sollte den neuen Preisträger in Köln auszeichnen.


«Ich stehe auch heute zu dieser Entscheidung, sonst hätte ich sie nicht so getroffen. Tischtennis ist bis auf wenige Ausnahmen eine sehr faire Sportart», sagte der Hesse. Auch bei der EM in Courmayeur erwies sich Boll als fairer Sportsmann, als er die deutliche Überlegenheit seines zweimaligen Bezwingers und Nachfolgers Wladimir Samsonow (Weißrussland) neidlos anerkannte: «Er war der bessere Spieler, da gibt es nichts zu rütteln.»


Vor einem Jahr, exakt einen Tag vor seinem 21. Geburtstag, verlor Boll in Doha im Viertelfinale gegen den Weltranglisten-Zweiten Ma Lin mit 1:4-Sätzen. Gegen das Regelwerk hatten die Schiedsrichter dem Chinesen erlaubt, nach dem glücklich gewonnenen ersten Satz seinen zuvor bereits beschädigten Schläger mit einem neuen Belag zu bekleben. Eigentlich hätte Ma Lin mit einem Ersatzmodell weiter spielen müssen. Doch auf der chinesischen Bank war kein Schläger vorhanden.
Boll verzichtete auf einen berechtigten Protest und auf mindestens 8.500 Dollar Preisgeld. «Ich möchte nicht am grünen Tisch in das Halbfinale eines Super-Turniers einziehen, obwohl ich eindeutig im Recht bin. Ich habe auch eine Verantwortung gegenüber unserer Sportart. Die millionen Fernsehzuschauer in Asien hätten es nicht verstanden, wenn ich einfach vom Tisch gegangen wäre», begründete der damalige Weltranglisten-Fünfte seine viel beachtete Geste

 
Betreff:  Fair Play Geschichten - Fairness lohnt sich - Miroslav Klose erhält Fair-Play-Plakette
Autor: Dennis B.
Datum:17.02.08 18:11

Fairness lohnt sich - Miroslav Klose erhält Fair-Play-Plakette

Für sein faires Verhalten während der Bundesligabegegnung Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld am 30. April zeichnet die Deutsche Olympische Gesellschaft Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose mit der Fair-Play-Plakette des deutschen Sports aus. Beim Stand von 0:0 hatte der Bremer Stürmer zugegeben, dass der gegnerische Torwart ihn im Strafraum regelgerecht vom Ball getrennt hatte. Der Schiedsrichter hatte daraufhin die Elfmeterentscheidung und die Gelbe Karte gegen den Keeper wieder zurückgenommen.


In der zu Ende gehenden Bundesliga-Saison hat es leider häufig Situationen gegeben, in denen Spieler versucht haben, den Unparteiischen zu täuschen. Gerade deshalb hat die faire Geste von Miroslav Klose eine bedeutsame Vorbildfunktion”, erklärte DOG-Präsident Dr. Hans-Joachim Klein. Der DOG-Präsident wünsche sich mehr Profis wie Klose, denn: „Tausende junger Nachwuchskicker schauen jedes Wochenende am Fernseher oder im Stadion ihren Vorbilder aus den Fußball-Bundesligen zu und versuchen, ihnen in Training und Spiel nachzueifern. Dabei sollte den Kindern und Jugendlichen stets vor Augen geführt werden, dass Fair Play wichtiger Bestandteil des Sports ist.”


Die Deutsche Olympische Gesellschaft vergibt die Fair-Play-Plakette regelmäßig für beispielhafte Fairness im Sport. In diesem Jahr wurde der Leichtathletin Bianca Kappler und dem Radsportler Robert Bartko diese Ehrung zugesprochen.


Die Fair-Play-Plakette ist wichtiger Bestandteil der Fair-Play-Initiative des deutschen Sports, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler steht und gemeinsam von der Deutschen Olympischen Gesellschaft, dem Deutschem Sportbund, der Deutschen Sportjugend und dem Nationalen Olympischen Komitee getragen wird.
Mit Beispielen fairen Verhaltens im Sport will die Deutsche Olympische Gesellschaft dazu beitragen, das Vertrauen in die Werte des Sports insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu erhalten und zu stärken.

10.05.2005


Sportjournalisten ehren Klose für Fair-Play


Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose ist vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) mit der Fair-Play-Trophäe 2005 ausgezeichnet worden.
Wie der VDS mitteilte, wurde damit Kloses Auftritt im Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld am 30. April 2005 gewürdigt. Damals verzichtete der Stürmer beim Stand von 0:0 auf einen zu seinen Gunsten gepfiffenen Elfmeter, als er gegenüber Schiedsrichter Herbert Fandel aus Kyllburg zugab, dass Bielefelds Torwart Mathias Hain ihn nicht gefoult hatte.


Kloses Ehrlichkeit wurde nun mit dem Preis belohnt. «Das ist für mich eine große Ehre», sagte der Profi des SV Werder Bremen. «Für mich war das selbstverständlich und ich würde es immer wieder tun.»


Die Trophäe, die von Box-Idol Max Schmeling ins Leben gerufen wurde und von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftet ist, wurde in Düsseldorf im Rahmen einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übergeben. DFB-Trainer Joachim Löw überreichte dem 27-Jährigen die Auszeichnung. Klose ist nach eigenen Angaben bereits mehrfach für die bemerkenswerte Szene geehrt worden. 

21.03.2006

 

 
Betreff:  Play Geschichten - "So weit kann ich auch gar nicht springen"
Autor: Dennis B.
Datum:29.02.08 12:35

"So weit kann ich auch gar nicht springen"

Das verwirrende Sandkastenspiel hat für Weitspringerin Bianca Kappler ein unverhofftes Happy End mit Bronze-Glanz genommen. Ausgerechnet der im Fußball verpönte Videobeweis verhalf der 27-Jährigen bei der Hallen- EM in Madrid doch noch zu einer Medaille.


"So weit kann ich auch gar nicht springen", gab Kappler sofort nach dem Krimi im Palacio de Deportes zu. Damit dürfte die Weitsprung-Schönheit eine Kandidatin für den Fair-Play-Preis sein. Nach dem Chaos in der Halle hatte sie kaum geschlafen, erst 16 Stunden nach dem vermeintlichen Gold-Sprung stand die Portugiesin Naide Gomes als Europameisterin fest.


Nach über dreistündiger Klausur entschied das dreiköpfige Schiedsgericht des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) am Sonntag zu Gunsten der Athletin. Die Fernsehbilder waren eindeutig: Kapplers sechster Sprung war zwar keinesfalls 6,96 m weit, lag aber im Medaillenbereich. Bronze muß sich die Olympia-Neunte mit der Rumänin Adina Anton teilen.


"Das ist ein salomonisches Urteil, mit dem alle Betroffenen gut leben können", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). "Die Bilder haben bewiesen, daß Bianca eine Medaille verdient hat." Wegen eines Meßfehlers konnte die Weite von Kapplers letztem Versuch im Finale nicht mehr ermittelt werden; die 6,96 m wurden annulliert.

06.03.2005

 
Betreff:  French Open 2003: Den Gegner im Auge behalten . . .
Autor: Dennis B.
Datum:10.03.08 12:44

French Open 2003


Den Gegner im Auge behalten . . .


167 Matches hat Rainer Schüttler jetzt in seiner Karriere als Tennisprofi gewonnen. Der Sieg gegen Wayne Ferreira in der dritten Runde der French Open ist einer der ungewöhnlichsten.


Schüttler siegte, weil die Partie abgebrochen werden mußte. Nach 2 Stunden und 50 Minuten - nach Sätzen stand es 2:1 – für Schüttler, nach Spielen 3.2 für den Südafrikaner im 4. Satz, stürzte Ferreira nachdem er eine Vorhand von Schüttler erlaufen hatte. Mit schmerzverzehrten Gesicht blieb er liegen und hielt sich die Leiste.
Was dann passierte, dürfte Schüttler viel Sympathien gebracht haben. Kaum war Ferreira aufgeschlagen, stürzte Schüttler zu ihm. Als einziger.


Der Stuhlschiedsrichter verharrte hilflos auf seinem Hochsitz, die Linienrichter starrten ihn hilflos an. Kein Arzt, kein Sanitäter weit und breit. Quälende Minuten vergingen, in denen Rainer Schüttler die Erste Hilfe für seinen Rivalen koordinierte. Er schleppte Eis herbei, schickte einen Balljungen einen Sonnenschirm holen und als Ferreira übereifrig versuchte, auf die verletzten Beine zu kommen, drückte Schüttler ihn freundlich, aber bestimmt in den Sand zurück.


„Ich habe ihn gefragt, ob er Eis wolle“, redete er seinen Einsatz hinterher klein.
Erst nach fünf Minuten schleppten Platzwarte den verletzen Ferreira auf einer Trage vom Platz. Als er zum Abschied freundlich winkte, jubelten ihm die 5000 Zuschauer zu, und lauter wurde der Applaus nur, als Schüttler ging.


Nach diesem Freitag steht fest: Die Fans von Roland Garros mögen den blonden Deutschen, weil er so eifrig rennt, kaum einen Ball verloren gibt und bei all dem auch noch seinen Gegner gut im Auge behält…

Süddeutsche Zeitung vom 31. Mai 2003

 
Betreff:  Tour de France - Jan Ullrich wird zum "Ritter des Fair Play"
Autor: Dennis B.
Datum:21.03.08 13:14

Bitte nicht mit vermeintlichen Dopinghandlungen vermengen! Das eine hat mit der anderen Sache nichts zu tun!!

Jan Ullrich wird zum "Ritter des Fair Play"


Nur 15 Sekunden trennten Jan Ullrich bei der 15. Etappe von Lance Amstrong, dem Träger des gelben Trikots. Plötzlich stürzt Armstrong, nachdem er etwas dicht an die Zuschauer herangefahren war.
Doch Jan Ullrich forciert das Tempo nicht, sondern wartet auf Armstrong. Dem darauf folgenden Antritt von Armstrong kann Ullrich nicht standhalten und verliert fast eine Minute.

L'Equipe rühmte die Reaktion des Herausforderers:
"Ullrich wollte den Sieg nicht geschenkt haben und hat sich damit richtig verhalten", kommentierte das Blatt die Szene, als der Sieger von 1997 nach Armstrongs Fall das Tempo drosselte. "Mit großem Fair Play hat Ullrich gebremst", würdigte auch Italiens Stampa die Situation, und Tuttosport schrieb von einer "beispielhaften Geste".

Ullrich: "Ganz normales Verhalten"
Für den 29-jährigen Bianchi-Kapitän war sein Verhalten dagegen ganz normal: "Ich habe nicht einen Moment lang überlegt anzugreifen, das tut man einfach nicht."
Für die Presse hatte sich der Deutsche auf dem Weg hinauf nach Luz-Ardiden zum "Ritter des Fair Play" geschlagen, auch wenn die Trümpfe auf den Sieg nun an Lance Armstrong übergegangen sind.


Fair-Play-Plakette
Die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) ehrt Jan Ullrich mit der Fair-Play-Plakette des deutschen Sports.


Im hart umkämpften Duell um den Toursieg hat Jan Ullrich keinen unfairen Vorteil aus dem Missgeschick seines sportlichen Gegners gezogen, erklärt DOG-Präsident Dr. Hans-Joachim Klein. Als oberstes Prinzip des Sports stehe die Wahrung der Chancengleichheit über dem Streben nach dem Sieg, so Klein weiter.


Im Rahmen der Fair-Play-Initiative des deutschen Sports verleiht die DOG Jahr für Jahr die Fair-Play-Plakette für besondere Fairness im Olympischen Sport. Unter der Federführung der DOG will die Fair-Play-Initiative, die von Deutschem Sportbund, der Deutschen Sportjugend und dem Nationalen Olympischen Komitee mitgetragen wird, dazu beitragen, das Vertrauen in die Werte des Sports zu erhalten und zu stärken. Insbesondere Kinder und Jugendliche will die Deutsche Olympische Gesellschaft mit Beispielen über faires Verhalten im Sport informieren, aufklären und so negativen Erscheinungen im Sport entgegenwirken.

21.Juli 2003

 
Betreff:  Fair Play Geschichten: Maradona und die Hand Gottes
Autor: Dennis B.
Datum:01.05.08 14:52

Maradona und die Hand Gottes

Der 22. Juni 1986 und der berühmt-berüchtigte Auftritt des Diego Armando Maradona

Der Tag des Herrn

Wahrscheinlich war El Pibe, der Wuschelkopf, der jüngste Nationalspieler aller Zeiten. Kaum hatte er aufgehört, in Fiorito, einem ärmlichen Viertel in Buenos Aires, mit Blechdosen und Stoffknäueln zu kicken, da rief ihn Cesar Luis Menotti in die Nationalelf. Diego Armando Maradona war 16 Jahre alt. Was dieser Junge mit den Füßen kann, schwärmte Menotti, schaffen wir Sterblichen nicht einmal mit den Händen. Das Unfassbare stellte sich zehn Jahre später heraus: Dieser Wuschelkopf war sogar mit den Händen noch besser als jeder Sterbliche.

22. Juni 1986. Jeder anständige Engländer verflucht diesen Tag noch heute und ruft "Beschiß!" Es war im Aztekenstadion in Mexiko City, es war das WM-Viertelfinale, und es war der Tag, an dem Maradona sein Fingerspitzengefühl bewies. Die Kugel flog in den Strafraum, Torwart Shilton wollte sie herunterpflücken wie eine Kirsche vom Baum - da zuckte die Hand Maradonas hoch, der Schiedsrichter schlief, und der Ball lag im Tor.
Der Schütze betete zum Himmel, machte später mit zwei Fingern das V, das Victory-Zeichen, und er hatte auch kein Problem, als sie ihn fragten, wie er sich und der Welt dieses Tor denn erklären wolle. Das, sagte er glücklich, war "die Hand Gottes".

 
Betreff:  Fair Play Geschichten: Eine alte Geschichte - 3000m-Hindernislauf 1928
Autor: Dennis B.
Datum:03.06.08 17:54

Der Finne Paavo Nurmi ist einer der erfolgreichsten Langstreckenläufer in der Geschichte der Leichtathletik. Zwischen 1920 und 1928 gewann er insgesamt neun Goldmedaillen in verschiedenen Laufdisziplinen.

Eine alte Geschichte

3000m-Hindernislauf 1928

Als bei den Olympischen Spielen von Amsterdam im Dreitausend-Meter-Hindernislauf Nurmi gleich beim ersten Graben der Länge nach ins Wasser fiel, da drehte sich der vor ihm befindliche Franzose Duchesne um und zog den tropfnassen Finnen im wahrsten Sinrie des Wortes aus der Patsche.


Diese Begebenheit - sie spielte sich in wenigen Sekunden ab - ist damals den meisten Zuschauern und Berichterstattern der Olympischen Spiele entgangen; aber es wäre mehr als schade, wenn sie vergessen würde.


Versetzt euch doch einmal in die Lage!
Duchesne, der vorne lag, hörte hinter sich das finnische Weltwunder ins Wasser fallen.. Bis zu diesem Augenblick konnte er etwa folgendes gedacht haben: Ich habe gegen Nurmi zu laufen, welch ein Pech! Ich weiß, was ich kann. Aber gegen den ankommen? Hoffnungslos! So etwa.


Oder, er könnte auch gedacht haben: Ich habe gegen Nurmi zu laufen. Gegen Nurmi! Ich will, ich muss, ich werde versuchen, besser zu sein als er. Irgendeiner muss ihn doch schließlich irgendwann einmal besiegen, warum soll das nicht ich sein? Ich fühle mich glänzend in Form. Und wer weiß, vielleicht - es gibt Zufälle - kommt mir noch was zu Hilfe.


Das ist sie! konnte Duchesne denken, das ist sie, die Chance! Nurmi zappelt im Wasser; Pech für ihn. Los, Duchesne, heut wirst du Erster!  So konnte Duehesne denken.
Aber Duchesne drehte sich um, ohne zu zögern und half Nurmi heraus.
Wenn es Denkmäler gäbe für sportlichen Geist, nicht bloß für sportliche Leistungen, so hätte sich der Franzose Duchesne eines verdient, und ich setze ihm ja auch eines, hier, mit ein paar armen Worten.


Denn der Sieg, den er davontrug, ist und wiegt schwerer als ein Sieg über den anderen: der Sieg über sich selbst! Duchesne und Nurmi liefen weiter: Die andern hatten sie überholt. Wird es dabei bleiben? Nurmi holt auf. Duchesne mit. In der letzten Runde sind die beiden den übrigen um viele Meter voran. Nurmi ist Erster. Duchesne dicht hinter ihm. Da, einen halben Meter vom Ziel, stoppt Nurmi. Er will Duchesne als ersten durchs Ziel lassen. Aber Duchesne lächelt und nimmt es nicht an. So ziehen beide mehr neben- als hintereinander übers Band in ihren wahrlich mehr als doppelten Sieg.


Wer das dumm findet, der möge sich schämen. Wer es bewundern kann, der ist auf gutem Weg. Wer aber sich vornimmt und es sich zutraut, ebenso zu handeln, wenn es der Zufall will, der sei dafür umarmt.


Selbst, wenn er unterliegt: er ist der wahre Sieger!


Quelle: Zitiert nach: ETTENSBERGER, E. (Red.): Es lebe der Sport! Texte zu einem beliebten Thema. Stuttgart 1986, 19.