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Thema 'Altersgerechter Schießsport'

Betreff:  Altersgerechter Schießsport
Autor: swkhd
Datum:12.11.08 01:21

Altersgerechter Schießsport


Mit Einführung der ca. 2,2 Kilogramm schweren Lichtpunktgewehre der Herstellerfirmen Röhm, IROSA (Weigt) und Anschütz bestehen m. E. hervorragende Möglichkeiten Kinder spielerisch an den Ziel-/Schießsport heranzuführen – altersgerecht!

Die mittlerweile fast fünfjährigen Erfahrungen des Bleckeder Arbeitskreises für Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit speziell mit den Lichtpunktgewehren zeigen, dass bereits im vorwaffenrechtlichen Alter damit begonnen werden kann, Kinder mit speziellen Programmen/Wettbewerben für den Schießsport zu interessieren. Eine Sechsjährige will spielerisch herausfinden, ob sie ein Ziel über eine bestimmte Distanz treffen kann. Die Selbstmotivation ist riesengroß. Sich auszuprobieren, die Koordination Auge-Hand-Zielerreichung wartet in dem Alter auf Umsetzung und Unterstützung. Kommt dazu noch der bei fast allen Kindern in diesem Alter vorhandene Bewegungsdrang, wird daraus schnell improvisierter und hoch motivierter Biathlonsport, der ebenfalls pädagogisch wertvoll als Teamsport ausgeübt werden kann.

Kinder, die schnell ihre spielerische Ziel- und Treffsicherheit aus der Eigenmotivation heraus optimieren und irgendwann alle Schwierigkeiten beherrschen, werden schnell nach neuen Zielen streben. Es reicht dann nicht mehr aus nur zu treffen. Der Treffer muss irgendwann skalierbar sein. Hier zeigen dann die mittlerweile auch preislich und kindgerechten Simulationssysteme mit der Infrarottechnik ihre positiven Eigenschaften – auch als Zwischenstadium zum Schießen mit Luftdruckwaffen.

Leider wird das mittlerweile schon vorhandene Angebot für altersgerechten Ziel- und Schießsport (Gewehr/Pistole sind hier gemeint – Das Bogenschießen als schießsportliche Disziplin hat keine gravierenden Nachwuchsprobleme) von der Verbands- und Vereinswelt zwar immer noch gefordert, aber nicht wirklich inhaltlich und zielgerichtet angegangen. Unter einer inhaltlichen Aufarbeitung stelle ich mir schon mehr Unterstützung durch den DSB und die Landesverbände vor, die die Vereine, die sich mit der Arbeit mit Kindern im vorwaffenrechtlichen Alter tatsächlich beschäftigen, zu unterstützen.

Der Altersbereich 6 bis 12 Jahre wurde in der Vergangenheit von den Schützenvereinen aufgrund der gesetzlichen Altersfixierung höchstens im Zusammenhang mit der Planung von Kinderschützenfesten behandelt. Ein Jugendwart im Schützenverein hat sich bestenfalls als Trainer oder Sportleiter qualifiziert und hat es in der Gruppen- und Trainingspraxis mit pubertierenden Jugendlichen zu tun. Die Vereins- und Trainingsarbeit mit Kindern im Alter bis 12 erfordert jedoch andere, altersspezifische Inhalte und Angebote und damit auch eine gesonderte Betreuung.

Einem aktiven Jugendwart für Jugendliche ab 12 auch noch die „Kindergruppe“ anzuvertrauen wäre unverantwortlich gegenüber dem Jugendwart und den Gruppenmitgliedern. Für diese Altersgruppe motivierte und vor allem qualifizierte Ehrenamtliche zu finden, ist m. E. die Kernforderung um das bestehenden Nachwuchsproblem nachhaltig zu lösen. Das Problem geeigneter Jugendwarte müssen im Ergebnis zwar die Vereine lösen, jedoch ist hier die ganze tatkräftige Unterstützung des Verbandswesens erforderlich.

Wilhelm Schwaberau
12.11.2008

 
Betreff:  Aw:Altersgerechter Schießsport
Autor:
Datum:12.11.08 02:06

genauso begann das Schießen meiner beiden Kinder und dadurch das sie so früh schon mit dem Gewehr umgehehen konnten und auch die richtige Einstellung zum Gewehr und zum schießen bekamen, wurde meine beiden, beide schon frühzeitig (durch Bescheiningungen der Hausärzte) zum schießen mit dem Luftgewehr geführt.

Beide beginnen so mit dem Luftgewehrschießen schon mit 10 bzw 11 Jahren, erlaubt ist sonst ja erst ab 12 Jahre.

 

Heute ist meine Tochter mit ihren 17 Jahren schon in der Lage auf Wettbewerben bis zu 395 Ring zu schießen (wenn sie einen guten Tag hat, smile)

Ich freu mich das es die Möglichkeit zum schießen mit dem Lichtpunktgewehr gibt.

 
Betreff:  Aw:Altersgerechter Schießsport
Autor: Klaus K.
Datum:12.11.08 07:45

... ich kann alles vorbenannte nur voll unterstützen, würde aber gerne an der Stelle, an der die Frage auftaucht: "Ist es nicht zu gefährlich Kinder, (oder viel genereller: Menschen), schon früh (oder überhaupt) zu guten Schützen auszubilden?" noch viel mehr medizinisch und psychologisch fundierte und nachweisbare Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln!

Wir sind auf professionellem Gebiet derzeit daran, genau das zu untersuchen, bzw. die Voraussetzungen für die Untersuchungen zu schaffen. Ich persönlich bin aufgrund meiner ureigenen Erfahrung (auch an mir selbst(46)) und meiner mittlerweile 30 jährigen Erfahrung als Schütze mit "Leib und Seele" (Sternzeichen auch!) absolut überzeugt, dass der Sport, bzw. die Integration dieses Sports in das Leben, unglaublich positive, charakterbildende Funktionen übernehmen kann.

Es würde mich freuen viele Menschen zu finden, die dieses Thema kontrovers aber konstruktiv mit uns diskutieren würden, und vielleicht sogar aktiv an unseren Arbeiten und Untersuchungen teilnähmen.

Ich stehe jederzeit für weitere Auskünfte zur Verfügung, Start unseres nächsten Projektes wird um die Weihnachtszeit sein.

Ohne hier Werbung machen zu wollen, kann man sich die "Begeisterung" und Motivation der Kinder und Jugendlichen (aber auch der Erwachsenen), bei der Ausübung des Sports, in mehreren Videofilmen zum Thema auf unserer Website und in Kürze auch bei YouTube ansehen.

Wir freuen uns auf Reaktionen.

Klaus

 

 
Betreff:  Altersgerechter Schießsport
Autor: Gerhard Seemüller
Datum:12.11.08 20:10

Wilhelm schrieb:

Für diese Altersgruppe motivierte und vor allem qualifizierte Ehrenamtliche zu finden, ist m. E. die Kernforderung um das bestehenden Nachwuchsproblem nachhaltig zu lösen. Das Problem geeigneter Jugendwarte müssen im Ergebnis zwar die Vereine lösen, jedoch ist hier die ganze tatkräftige Unterstützung des Verbandswesens erforderlich. 

In dieser Hinsicht kann ich die 140 Stunden umfassende Ausbildung zum Übungsleiter-J (Jugend) uneingeschränkt empfehlen. Der Unterricht beinhaltet nicht nur sportbezogene sondern auch enorm viele überfachliche Themen rund um die Kinder- und Jugendarbeit.

 
Betreff:  Aw:Altersgerechter Schießsport
Autor: Simon W.
Datum:12.11.08 21:57

Ich finde es zwar klasse neue junge Schützen heranzuführen aber würde dies nicht mit dem Lichtpunktgewehr machen. Ich Persönlich würde die Variante der Firma Walther begrüßen.

Ein Grund ist das durch das Lichtgewehr viele Jugendliche zum "Ballern" verführt werden meiner meinung nach.

Viele Jugendliche sehen auch das mit dem Lichtgewehr "nichts Passieren " kann und rennen vor dem Ziel herum.

Bei dem Walther System kommen auch Geschosse aus dem Lauf was dem realen Schießen meiner meinung nach näher kommt.

Wenn es so weitergeht sehen vll. irgendwelche unserer Politiker das man gar kein Giftiges Blei verschießen muss sondern mit Licht unseren Sport ausüben kann der viel Umweltfreundlicher und "Ungefährlicher" ist.

 
Betreff:  Altersgerechter Schießsport
Autor: swkhd
Datum:12.11.08 23:16

Gerhard schrieb:In dieser Hinsicht kann ich die 140 Stunden umfassende Ausbildung zum Übungsleiter-J (Jugend) uneingeschränkt empfehlen. Der Unterricht beinhaltet nicht nur sportbezogene sondern auch enorm viele überfachliche Themen rund um die Kinder- und Jugendarbeit.

Da ich keine Trainerausbildung habe (bis jetzt jedenfalls), habe ich vor zwei Jahren einen einwöchigen Kurs zur Ausbildung als Jugendleiter belegt. Die Kursinhalte haben mir gezeigt, dass für Kinder eine besondere Ausbildung  erforderlich ist.

Wenn der Übungsleiter J auf die Arbeit mit Kindern eingeht, ist das sehr gut.

Kannst Du uns bitte Auszüge aus dem Lehrplan zur Verfügung stellen. Im NWDSB gibt es dieses Seminar  - meines Wissens - nicht.  Wir können davon also nur lernen.

Wilhelm

 

Wilhelm schrieb:

Für diese Altersgruppe motivierte und vor allem qualifizierte Ehrenamtliche zu finden, ist m. E. die Kernforderung um das bestehenden Nachwuchsproblem nachhaltig zu lösen. Das Problem geeigneter Jugendwarte müssen im Ergebnis zwar die Vereine lösen, jedoch ist hier die ganze tatkräftige Unterstützung des Verbandswesens erforderlich. 

In dieser Hinsicht kann ich die 140 Stunden umfassende Ausbildung zum Übungsleiter-J (Jugend) uneingeschränkt empfehlen. Der Unterricht beinhaltet nicht nur sportbezogene sondern auch enorm viele überfachliche Themen rund um die Kinder- und Jugendarbeit.

 

 

 
Betreff:  Altersgerechter Schießsport
Autor: Gerhard Seemüller
Datum:12.11.08 23:51

Wilhelm schrieb:

Wenn der Übungsleiter J auf die Arbeit mit Kindern eingeht, ist das sehr gut. Kannst Du uns bitte Auszüge aus dem Lehrplan zur Verfügung stellen. Im NWDSB gibt es dieses Seminar  - meines Wissens - nicht.  Wir können davon also nur lernen.

Die Ausschreibung findet sich auf der Website der Bayerischen Schützenjugend. Den Abschluss des Grund- und Aufbaulehrgangs bildete ein Besuch von acht Kindern im Alter von etwa 6 bis 12 Jahren von den Isarschützen Mintraching. War ein echt tolles Erlebnis. Am Prüfungswochenende müssen die Teilnehmer ihr Können dann in einer umfangreichen theoretischen Prüfung und einer praktischen Lehrprobe unter Beweis stellen. Den Lehrgang betreuen mit Burkhard Schindler, Thorsten Schierle und Peter Schmitt gleich drei von vier Autoren des für die Kinder- und Jugendarbeit im Verein äußerst wertvollen Buches „Nachwuchsarbeit im Schießsport“. 

Beste Grüße

Gerhard

 
Betreff:  Aw:Altersgerechter Schießsport
Autor: swkhd
Datum:13.11.08 00:18

Simon schrieb:

Ich finde es zwar klasse neue junge Schützen heranzuführen aber würde dies nicht mit dem Lichtpunktgewehr machen. Ich Persönlich würde die Variante der Firma Walther begrüßen.

Ein Grund ist das durch das Lichtgewehr viele Jugendliche zum "Ballern" verführt werden meiner meinung nach.

Viele Jugendliche sehen auch das mit dem Lichtgewehr "nichts Passieren " kann und rennen vor dem Ziel herum.

Bei dem Walther System kommen auch Geschosse aus dem Lauf was dem realen Schießen meiner meinung nach näher kommt.

Wenn es so weitergeht sehen vll. irgendwelche unserer Politiker das man gar kein Giftiges Blei verschießen muss sondern mit Licht unseren Sport ausüben kann der viel Umweltfreundlicher und "Ungefährlicher" ist.

 Hallo Simon,

wenn es Dir gelingt mit der Federdruck Spielzeugwaffe LG3 Young-Star Set von Walther Kinder für den Schießsport zu begeistern, ist das im Ergebnis  zu begrüßen.

Das "Spielzeuggewehr" ist jedoch unter Softair-Waffen einzusortieren und sorgt bei verantwortungsbewussten Eltern eher für Misstrauen. Zur Beschreibung des Softairsports gehört allerdings auch, dass auf Personen Geschossen wird, was im Ergebnis für mich ein absolutes KO-Kriterium darstellt.

Für mich hat der Schießsport, den ich ausübe und anderen vermitteln möchte in keinster Weise etwas mit Zielen und Schießen auf Menschen oder Tiere zu tun. Mit dieser Einstellung komme ich deshalb zum Lichtpunktschießen als geeigneteres Medium für die Nachwuchsarbeit.

"Geballert" wird auch mit Softairwaffen. Es kommt darauf an, wie der Umgang mit Waffen - die zum Teil keine sind - den Kindern erklärt wird. In jeder unserer Veranstaltungen mit Lichtpunktgewehren werden die Kinder explizit dazu angehalten Regeln zu befolgen: z.B. niemals vor den Lauf eines Lichtpunktgewehres/einer Lichtpunktpistole zu laufen, die Geräte niemals auf Tiere und Personen  richten usw. Die passiert schon in Anlehnung an den späteren Umgang mit Luftdruckwaffen.

"Spielen" bedeutet nicht, unbedacht mit den Geräten umzugehen, sondern auszuprobieren, was mein Körper macht, machen muss, wenn ich ein Ziel erreichen will.

Deine Argumente im letzten Absatz höre ich häufig von älteren Schützen. Sie sind unbegründet und entspringen oft aus Unkenntnis bzw. Ängsten, die wiederum aus der leider überwiegend negativen Einstellung der Öffentlichkeit zum Schießsport resultiert.

Die Schützen haben in der Vergangenheit durch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit selbst zum negativen Bild beigetragen und eine durchaus in der Vergangenheit vorhandene Lobby verloren, da sie gesellschaftliche Entwicklungen "verschlafen" bzw. missachtet haben.

Wir werden keinen Erfolg mit unserer Nachwuchsarbeit haben, wenn wir uns nicht auf die Nichtschützen zubewegen und das Positive unseres Sports hervorheben. Die Aspekte Sicherheit und Umweltschutz sind deshalb offen anzusprechen, ebenso selbstbewusst, dass der Schießsport ab einem vom Gesetzgeber bestimmten Alter natürlich mit Pistolen, Gewehren, Geschossen, Pfeil und Bogen nach bestimmten Regeln ausgeübt wird.

Durch mangelnde Öffentlichkeitsarbeit der Schützen und ihrer Verbände scheint dem Schießsport auch das Selbstvertrauen abhanden gekommen zu sein, sich positiv darzustellen. Vielleicht spielen auch die schrecklichen Ereignisse in Erfurt und Emsdetten dabei eine Rolle, sich öffentlich als Sportschütze zu zeigen und sich für seinen Sport öffentlich einzusetzen.

Mit den Lichtpunktgeräten hat die Öffentlichkeitsarbeit ein hervorragendes Mittel um damit zu den Menschen zu gehen (Volksfeste, Kindergeburtstage, Schulen,  ....) und den Ziel- und Schießsport gefahrlos vorzustellen. Das Ansehen und auch die Beziehung zum Schießsport nehmen damit zu, insbesondere bei Eltern, die sehen, welche Wirkung der Sport bei den Kindern hinterlässt.

VG

Wilhelm