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Thema 'Alternative zum Boykott'

Betreff:  Alternative zum Boykott
Autor: lutz k.
Datum:06.04.08 13:09
habe gestern den Artikel in der Süddeutschen über netzathleten und Probleme und Aktivitäten der Olympiateilnehmer im Zusammenhang mit China und Tibet gelesen und habe einen Vorschlag. Vielleicht könnte man den dann ja auch in einem Eurer Foren besprechen. Die Aktionen, die bisher in der Dikussion sind haben alle gravierende Nachteile, mein Vorschlag könnte mit allen anderen Ideen kombiniert werden, ist von keinem Funktionär oder Sponsor angreifbar und trotzdem sehr deutlich SICHTBAR! Alle Athleten, aller Teilnehmerländer (die nötigen Kontakte zur Verbreitung der Idee habt Ihr) schneiden sich die Haare ganz kurz oder rasieren sie ganz ab (auch die Frauen, Kurzhaarfrisuren können ja auch sehr gut aussehen). Wie die tibetanischen Mönche das ja auch tun. Vorteile: - jeder sieht das, Bändchen kann man im TV ausblenden, Köpfe nicht. - niemand kann gezwungen werden Toupets zu tragen. - kurze Haare und Glatzen sind sowieso modern. - kurze Haare sind für viele Sportarten sowieso günstig (Schwitzen, Aerodynamik? etc.) Nachteil: - Sportler, die sowieso kurze Haare oder Glatze tragen werden mit den Protestierern in einen Topf geworfen auch wenn Sie die Politik der Chinesen befürworten. Ich denke mit diesem Nachteil kann man leben, wenn die Sache bekannt ist, haben die Diktatorenfreunde noch genug Zeit sich Ihre Haare wachsen zu lassen! Natürlich muss die Aktion bekannt gemacht werden, alle und speziell auch die Chinesen müssen wissen was das Symbol bedeutet. Ich freue mich schon auf die kurzhaarigste Olympiade aller Zeiten.

 
 
Betreff:  Aw:Alternative zum Boykott
Autor: Kristoffer W.
Datum:14.04.08 14:28

mh, is n guter Vorschlaf, aber sehr schwierig zu realisiern, weil die Haare etwas persönliches sind und auch bei einigen eine gewisse Individualität darstellen.

Ich habe einen anderen Vorschlag. Es hat schon sehr viele Protestmärsche geben und es ist sehr viel gemacht worden. Ich denke, das es ander Zeit ist ein Zeichen zu setzen. Von den Sportlern kann keiner verlangen, die olympischen Spiele zu boykottieren. Das wäre unfair und Sport steht für Faisness. Ich wäre dafür, auch wenn es sehr schwer umzusetzen ist, dass sich z.b. die Fussballer dafür einsetzen bei ihren Spielen, vor dem Anpfiff, eine Art Gedenkminute einlegen. Dies bezeugt sher große Solidarität. Wenn dies in ganz Deutschland geschehen würde und auch in allen anderen Sportarten, in denen in nächster Zeit Wettkämpfe stattfinden

Oder dass alle Sportler eine schwarze Binde tragen würden. Als ein Zeichen der Trauer über die Verletzung der Menschenrechte.

Ich weis, das klingt utopisch, macht aber deutlich, dass wir, also Deutschland, gegen die Menschenrechtsverletzungen in China sind und das auch nicht weiter tolerieren.

 
Betreff:  Aw:Alternative zum Boykott
Autor: Stefan H.
Datum:14.04.08 14:50

Gute Idee die du da hast und so utopisch finde ich sie auch nicht, wenn man dem DOSB und den großen deutschen Sportverbänden (DFB, DHB, ...) eine Unterschriftenliste mit vielen Stimmen zusenden würde müssten sie reagieren und falls dies nicht geschehen sollte haben wir immernoch die Möglichkeit Veranstaltungen zu meiden und so unseren Protest auszudrücken, obwohl dieser Schritt wahrscheinlich von niemandem gewollt wird.

 
Betreff:  Aw:Alternative zum Boykott
Autor: Kristoffer W.
Datum:14.04.08 14:57

mh, danke

wenn du Verbände nicht mitmachen, könnte man sich immer noch an die Sportler selbst wenden und die Vereine. Wenn diese öffentlich und gemeinsam eine Botschaft aussenden, dann müssen sich die Verbände beugen.

Nur wir bräuchten Leute, die die ganzen Sachen orgenisieren!!!

 
Betreff:  Aw:Alternative zum Boykott
Autor: Uwe R.
Datum:14.04.08 15:45
Angelika schrieb: ... Was Sie für rücksichtslos (Kinder den Familen wegnehmen) oder rückschrittlich (keine Bahn nach Lhasa) etc. halten, hat wesentlich tiefgreifendere Gründe als Sie es wahrhaben wollen oder können (aber vielleicht glauben Sie, dass jegliche Religion an sich bereits Menschenfeindlich ist?). ... Antwort: Entschuldige, aber ich halte das für gelinde gesagt "Kulturromantik" oder schlimmer ausgedrückt für rassistisch. Was mögen das wohl für "tiefer greifende Gründe" sein? Beispiel: Vorm Hauptbahnhof in Hannover steht ein Reiterdenkmal: König Ernst August. Dieser Mann war ein entschiedener Gegner der Eisenbahn, weil er es nicht ertragen konnte, dass "seine Untertanen" genauso schnell und leicht durch "sein" Königreich reisen konnten, wie er. Anderes Beispiel: In der DDR "wusste" die Staatsführung auch immer genau was für die Bevölkerung das Beste ist. Ich nenne soetwas Bevormundung. Wieso glauben einige Leute im Westen, dass die Tibeter nicht gerne schnell Eisenbahn fahren würden? Wieso sollen die Tibeter statt unser die Moderne ablehnen? schrieb: ... Und dem Dalai Lama Hass bzw. die Erfindung des Genozids in Tibet vorzuwerfen ist nun wirklich dumm daher geredet. Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo Sie sich informieren aber vielleicht haben Sie ja Ihre Informationen direkt von den Chinesen? Es tut mir leid, wenn ich dies so geradeaus sagen muss. ... Antwort: Oh, Vorsicht Rassismus. "direkt von den Chinesen" Was soll denn das heißen? Alle Chinesen sind so wie die chinesische Regierung? Und alle, die nicht Tibet unterstützen, wie sich einige Leute im Westen das vorstellen, müssen von der chinesischen Regierung kommen oder bezahlt sein? Eins gebe ich zu: Ich weiß nicht, ob der 14. "Dalai Lama" den Begriff "kultureller Genozid" erfunden hat. Er hat ihn aber laut deutscher Presse mindestens einmal benutzt. Und dass er mit diesen Worten zitiert wurde, hat bisher nicht zu einem Dementi seinerseits geführt. schrieb: ... Mit Sicherheit ist nicht alles was hier über China bzw. die Chinesen gesagt wird richtig, aber die Umkehrung der Sachverhalte ist es in jedem Fall der blanko Unfug. ... Antwort: Wer redet von Umkehrung der Sachverhalte? Ich auf keinen Fall. schrieb: ... Auf der ganzen Welt werden Menschenrechte verletzt - soll man nun einfach den Mund halten deswegen? Antwort: Nein, auf keinen Fall, aber das fordert auch niemand. schrieb: ... Es ist und bleibt eine Tatsache, dass China die Menschenrechte verletzt und die Religion und Kultur Tibets zu vernichten versucht auch wenn Sie das nicht glauben wollen. ... Antwort: Für Kulturvernichtung und Menschenvernichtung sind wir Deutsche doch die weltweit anerkannten Experten. Und es bleibt dabei: die Mönchskultur ist nicht die einzige Kultur in Tibet, auch wenn Sie, liebe Angelika, das eventuell nicht so toll finden oder nicht wissen (Halbwahrheiten?). Ich finde es inakzeptabel, wenn eine kleine Mönchskaste sich ein Kind aussucht, das als "Wiedergeburt" eines verstorbenen anderen Mönchs zu gelten hat und dann von Demokratie gesprochen wird. Demokratie setzt Freiheit, Gleichheit und Beteiligung aller und Kontrolle durch die Massen, also Abstimmungen und Wahlen voraus. Wenn der "Dalai Lama" das nicht will, kann er ja gerne in sein Kloster gehen und sonst was tun, aber ganz gewiss nicht als Demokrat gelten. Und dass er Gewalt ablehnt, streite ich ja gar nicht ab, aber seine Mönche haben Hetzjagden auf Chinesen verübt. Das hat die Dimension von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen. Hat der "Dalai Lama" seine Mönche in irgendeiner Weise zurückgepfiffen? In der Kathol. Kirche gibt es z.B. die Exkommunikation bei ähnlichen Fällen und den Entzug der Ordination. Ein Mönch, der Chinesen auf offener Straße verprügelt, das Haus, das Inventar bzw. das Geschäft des Chinesen anzündet, sollte wohl nicht mehr länger als Vertreter einer friedlichen Religion gelten dürfen, oder? Apropos: friedliche Religion: schon mal was vom Bürgerkrieg der Rot- und Gelbmützen gehört oder von anderen bewaffneten Auseinandersetzungen innerhalb der buddhistischen Welt? Wieso wurden bisher keinem Mönch die Mönchsrechte bzw. das Mönchsein als solches entzogen, wenn er an den Gewalttaten beteiligt war? Wieso fordern die deutschen Buddhisten und Tibetfreunde das nicht? Oder habe ich das bisher nur nicht gehört/gelesen und es ist schon geschehen? Übrigens: ich hasse selbstverständlich nicht die Religionen. Ich bin nur kritisch. Unterstellungen helfen nicht, sondern zeigen nur die eigene Hilflosigkeit bei der Argumentation. schrieb: Tashi Delek - und Freiheit für die Tibeter und alle in China, den USA, Russland, Afrika, Europa und der ganzen Welt zu unrecht inhaftierten Menschen! Antwort: Übrigens: Russland liegt in Europa und warum werden einzelne Länder genannt, aber kein afrikanisches? Das ist auch typisch für die deutschen Diskussionen. Wir nehmen die Unterschiede in Afrika gar nicht wahr. Ägypten ist nunmal ganz anders als Südafrika oder Ghan
 
Betreff:  Aw:Alternative zum Boykott
Autor: Uwe R.
Datum:14.04.08 19:12
Eine weitere Antwort an Angelika: Sie fragte indirekt woher ich meine Informationen habe. Okay, hier eine Auswahl meiner Quellen: Georg Blume (schreibt u.a. für die Wochenzeitung "Die Zeit". James Miles (schreibt für die britische Zeitung "The Economist" und war mit Georg Blume als einer der sehr wenigen westlichen Journalisten in Lhasa als die Ausschreitungen begannen). Er schildert die Hetzjagden auf Han-Chinesen und auf Taxis sowie mindestens einen Bus, weil diese oft von Han-Chinesen gefahren werden. Ferner habe ich Kommentare und Beriche im österreichischen "Standard" zu Rate gezogen. Der "Standard" geißelt u.a. nicht nur den recherchelosen "Mainstream-Journalismus" (schreiben was Regierung und "Volk" gerne lesen wollen), der offenbar üblich ist, sondern auch den "Secondhand-Journalismus" (ungeprüft von einander abschreiben), der offensichtlich ebenso üblich aber auch ebenso falsch und verurteilungswürdig ist. Ich empfehle übrigens nie die Seiten von ARD und ZDF als Quellen zu nutzen. Die taugen nichts. Eher FAZ, Die Welt und vor allem auch Neue Züricher Zeitung. Übrigens empfehlen sich nicht gerade die Seiten der unzähligen Tibet-Soligruppen. Die sind - wie überraschend - nicht "objektiver" als die chinesische Regierung. Wer Interessen hat, verfolgt diese auch immer und überall. Das kann man niemandem vorwerfen, aber wissen und beachten muss man es.